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Das Hamam ist ein türkisches Dampfbad, das sowohl der körperlichen Reinigung als auch der des Geistes dient.
Die Tradition dieses Dampfbades reicht bis in das Mittelalter zurück.
Sie entstand durch eine Vermischung der türkischen, römischen und byzantinischen Badekultur in Anatolien unter der Osmanenherrschaft im 11. Jahrhundert.
Diese drei Kulturen trafen nach dem Sieg der Seldschuken über Byzanz im Jahr 1071 aufeinander. Byzanz war damals Teil des Oströmischen Reiches, wodurch die byzantinische wie auch die römische Badetradition in Anatolien Einzug erhielten.
Ein entscheidender Faktor für die Etablierung des türkischen Bades war der Einfluss des Islams, der durch turkmenische Nomadenstämme, die im 11. Jahrhundert nach Anatolien kamen, verbreitet wurde.
Zunächst war das Dampfbad nur hochgestellten Persönlichkeiten vorbehalten.
So wurde zum Beispiel im Bad des Sultans ein „Audienzbad“ abgehalten, um politische Angelegenheiten zu besprechen.
Das strenge Reinlichkeitsgebot des Islams förderte jedoch die Errichtung von öffentlichen Bädern, die jedem zugänglich waren.
Aufgrund der Verknüpfung von Religion und Reinlichkeit lagen die Bäder ursprünglich in der Nähe von Moscheen, damit die Gläubigen vor ihrem Gebet dort die rituelle Waschung vornehmen konnten. Ihr Bau war daher häufig religiös motiviert. Die traditionellen Hamams aus jener Zeit waren typische Kuppelbauten mit blickdichten Fenstergläsern, durch welche das Tageslicht in die Kuppelhalle scheinen konnte.
Die Ritualwaschungen (abdest) im Hamam fanden nicht nur vor einem Moscheebesuch statt, sondern ebenfalls vor besonderen Anlässen, wie der einer Hochzeit oder Beschneidung.
Der Besuch eines Hamams war trotz des islamischen Einflusses nicht an religiöse Zeremonien gebunden, sondern war gleichfalls ein soziales Ereignis aller gesellschaftlicher Schichten oder eben einfach ein wohltuendes Bad mit dem seltenen Luxus warmen Wassers.
In den öffentlichen Hamams wurde darauf geachtet, dass beide Geschlechter sich nicht gegenseitig in ihren Entspannungs- und Waschzeremonien störten.
Deshalb wurden entweder zwei separate Räumlichkeiten angeboten, oder für Männer und Frauen verschiedene Besuchszeiten festgelegt.
So blieben beide Geschlechter unter sich, und die älteren Frauen konnten im Hamam beispielsweise in Ruhe nach einer geeigneten Brautkandidatin für ihren Sohn Ausschau halten, während die Männer die Zeit für Diskussionen über Geschäfte und Politik nutzten.
Das türkische Dampfbad war also eine Stätte, die nützliches mit Geselligkeit verband. Ein Ort der Begegnung, des Ausruhens und der kosmetischen Pflege, an dem die Menschen fernab von der Hektik des Alltags Bekanntschaften pflegen, Geschäfte tätigen oder sich einfach nur entspannen konnten.
Als sich im 20. Jahrhundert langsam die privaten Badezimmer etablierten, fand jedoch eine Verschiebung der Funktion des traditionellen Hamams statt, da die Dampfbäder für die normale Körperpflege und die rituellen Waschungen nicht mehr nötig waren. Der religiöse Aspekt ist somit in den Hintergrund getreten und das Hamam ist als eine Oase der Ruhe und Entspannung zurückgeblieben. Eine Badekultur, die sich im Zuge der Wellness- Welle überall in Europa großer Beliebtheit erfreut


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